Naturheilmittel

Die Naturheilkunde blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits die Jäger und Sammler nutzten die Wirkungen von Heilpflanzen bewusst. Sie sammelten vermutlich eine bestimmte Pilzart, die Magen-Darm-Beschwerden linderte. Auch bei den alten Ägyptern, Römern und Griechen waren Naturheilmittel bekannt. Erste nachweisbare Aufzeichnungen stammen aus der Zeit 3000 v. Chr. und beschreiben Myrrhe und Weihrauch.

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Heute greifen immer mehr Menschen bei gesundheitlichen Beschwerden auf Naturheilmittel zurück. Kein Wunder, denn natürliche Heilmethoden haben weitaus weniger Nebenwirkungen als chemische Präparate. Darüber hinaus sind sie häufig auch preiswerter. Insbesondere bei leichteren Beschwerden können Naturheilmittel eine sinnvolle Alternative zur Schulmedizin sein.

Welche natürlichen Heilmittel gibt es?

Die Mehrheit der pflanzlichen Heilmittel besteht aus einem Gemisch verschiedener Wirkstoffe – egal ob in Form von Tabletten, Tropfen oder Salben. Bekannte Heilpflanzen sind beispielsweise Baldrian, Kamille, Melisse, Lavendel, Ingwer, Johanniskraut, Fenchel oder Aloe Vera. Der Wirkstoff kann sich in verschiedenen Teilen einer Pflanze befinden, so zum Beispiel in den Blättern, der Blüte, den Samen, den Wurzeln, im Wurzelstock oder in der Rinde.

Baldrian – www.heilkraeuter.de/

Bei welchen Beschwerden helfen Naturheilmittel?

Pflanzliche Heilmittel können in allen Bereichen zum Einsatz kommen – ob bei Schlafstörungen, Unruhezuständen, Ängsten, Verstimmungen, äußeren Verletzungen, Erkältungen, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Hautproblemen. Ein altbewährtes Heilmittel ist zum Beispiel Baldrian, eine Pflanze, die insbesondere bei Schlafstörungen, Angst- und Unruhezuständen eingenommen wird. Gegen leichtere Depressionen hilft das stimmungsaufhellende Johanniskraut. Anders als bei Antidepressiva setzt die Wirkung allerdings erst nach einigen Wochen ein. Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Salbeipflanze wurde schon von den alten Ägyptern, Griechen und Römern geschätzt. Salbei hat eine entzündungshemmende Wirkung, lindert das Schwitzen und beruhigt bei Husten und Heiserkeit. Bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen hat sich Fenchel – vor allem in Form von Fencheltee – bewährt. Bei Kindern ist Fenchelsirup sehr beliebt und hilft gegen Husten. Ein anderes verbreitetes Heilmittel ist die Ringelblume, die in Form von Salben, Cremes oder Tinkturen auf die Haut aufgetragen wird. Sie beschleunigt die Wundheilung und wirkt zusätzlich entzündungshemmend. Arnika, eine Gebirgspflanze, wird bei Verstauchungen und Prellungen ebenfalls äußerlich angewendet.

 

Arnika – www.botanikus.de

Können bei pflanzlichen Präparaten Nebenwirkungen auftreten?

Natürliche Arznei ist generell gut verträglich, auch in Kombination mit anderen Medikamenten. Dennoch gibt es Naturheilmittel, die unerwünschte Wirkungen oder Unverträglichkeiten verursachen können. Einige Wirkstoffe, wie zum Beispiel Johanniskraut, können die Wirkung anderer Medikamente oder die Pille beeinflussen. Bei äußerlich angewendeten Heilmitteln können auch allergische Reaktionen der Haut auftreten. Bei ernsten Erkrankungen sollte immer ein Arzt aufgesucht und keine Eigenbehandlung durchgeführt werden. Eine angemessene Dosierung ist bei pflanzlichen Mitteln, ebenso wie bei chemischen Präparaten, zu beachten.

 

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