Anpassungsstörungen nach Lebensveränderungen

Jeder Mensch erlebt irgendwann im Leben einschneidende Veränderungen. Manche können damit gut umgehen, andere hingegen haben Schwierigkeiten, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Wenn Menschen mit einmaligen oder anhaltenden Ereignissen nicht zurecht kommen, leiden sie an einer sogenannten Anpassungsstörung. Eine Psychotherapie kann dabei helfen, den Alltag wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ursachen

Die Auslöser einer Anpassungsstörung können sehr vielfältig sein. Ein Arbeitsplatzverlust, eine Trennung vom Partner, Mobbing, der Verlust einer nahe stehenden Person, finanzielle Sorgen oder gesundheitliche Veränderungen können den Alltag des Betroffenen ins Wanken bringen. Häufig verändern sich das Befinden und das soziale Verhalten gravierend. Ob und wie stark eine Anpassungsstörung auftritt, hängt zum Teil von der Veranlagung sowie der Verwundbarkeit eines Menschen ab. Das subjektive Empfinden ist also ausschlaggebend für die Entwicklung und Ausprägung einer Anpassungsstörung.

Symptome
TherapieEine Anpassungsstörung kann sich auf vielfältige Weise äussern. Typische Symptome sind depressive Verstimmungen, Angstzustände, emotionale Verwirrtheit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Wut, Isolation und ein gestörtes Sozialverhalten. Die psychischen Beeinträchtigungen führen nicht selten auch zu physischen Symptomen wie Verspannungen, Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Müdigkeit, Verdauungsproblemen oder Burnout. In der Regel hält eine Anpassungsstörung nicht länger als 6 Monate an. Eine Psychotherapie ist vor allem dann wichtig, wenn Menschen länger betroffen und/oder sehr stark in ihrem Alltag beeinträchtigt sind.

Diagnose

Erst wenn eine Anpassungsstörung richtig diagnostiziert wird, kann sie mit einer angemessenen Psychotherapie behandelt werden. Bei der Diagnose müssen zunächst organische Erkrankungen und andere psychische Störungen ausgeschlossen werden. Da die Symptomatik einer Anpassungsstörung häufig anderen Störungen wie Depression, Angststörung oder posttraumatischer Belastungsstörung sehr ähnelt, ist eine genaue Abgrenzung nicht immer einfach. Deshalb ist eine gründliche Untersuchung durch den Facharzt bzw. Psychotherapeuten notwendig. Die Vorgeschichte und aktuelle Lebenssituation des Patienten, die Dauer und Ausprägung der Störung sowie die Auslöser der Belastung geben Aufschluss darüber, welche psychische Störung vorliegt.

Behandlung und Psychotherapie

Nach der richtigen Diagnose kann eine passende Therapie der Anpassungsstörung erfolgen. In der Regel ist eine Kurzzeittherapie mit 10 bis 20 Sitzungen ausreichend. Im Vordergrund der Behandlung stehen die Erhöhung des Selbstwertgefühls des Patienten, die Aktivierung von Bewältigungsstrategien und die Senkung des Suizidrisikos. Hierfür kann sowohl eine Gesprächstherapie als auch eine verhaltenstherapeutische oder kognitive Psychotherapie sinnvoll sein. Mehr Informationen finden Sie unter www.praxis-margulies.ch. Bei einer stark ausgeprägten Anpassungsstörung kann der Einsatz von Medikamenten während der Therapie empfehlenswert sein. Pflanzliche Präparate wie Johanniskraut können depressive Zustände lindern. Auch Schlafmittel kommen zum Einsatz. Bei akuter Suizidgefahr wird auf Benzodiazepine zurückgegriffen. Diese wirken angst- und spannungslösend und fördern den Schlaf. Aufgrund des Abhängigkeitsrisikos dürfen Benzodiazepine nur kurzzeitig verschrieben werden.

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