Praxiseröffnung – muss das sein?

Für jeden Mediziner stellt die Eröffnung der eigenen Praxis einen Meilenstein in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit dar. Der grosse Tag darf daher entsprechend gefeiert werden – und sollte doch gleichermassen den Gästen zugutekommen. Denn die Einweihung der Räumlichkeiten beinhaltet immer auch die Möglichkeit der Eigenwerbung.

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Praxiseröffnung – muss das sein?

Mag gerade in den ländlichen Gegenden die Zahl praktizierender Ärzte relativ gering ausfallen, so stehen doch insbesondere in den grösseren Städten die Mediziner in einem wahren Konkurrenzkampf. Wer sich hier dennoch einen Platz erobern möchte, muss auf sich aufmerksam machen. Natürlich durch gute Arbeit einerseits. Zufriedene Patienten gehören zu den besten Werbeträgern einer Praxis. Andererseits ist es speziell in den ersten Tagen der Neueröffnung notwendig, das Interesse auf sich zu lenken. Hierbei übernimmt die Einweihung der Räumlichkeiten eine wichtige Aufgabe. Der Arzt und seine Klienten lernen sich erstmals in ungezwungenem Rahmen kennen. Je einzigartiger das Betätigungsfeld des Mediziners ausfällt, desto wichtiger gestaltet sich diese Massnahme. Zu denken wäre beispielsweise an jene Praxen, die sich auf alternative und naturkundliche Heilwege spezialisieren und deren Möglichkeiten einem breiten Publikum noch nicht bekannt sind. Diese ersten Berührungsängste werden durch die Eröffnung behoben. Jeder Gast darf sich ein umfangreiches Bild von dem Angebot der Doktoren, der Räumlichkeiten und den Besonderheiten in der Behandlung erwerben. Denn erst damit ist die Basis einer zufriedenen Patientenschaft gelegt, die im Kreise von Freunden und Bekannten die Praxis lobend erwähnt.

Grosses Fest oder kleiner Rahmen?
Zunächst einmal müssen die Bedingungen der Praxiseröffnung festgelegt werden. Mag es sich auch für Shops, Galerien und ähnliche Einrichtungen als sinnvoll erweisen, eine grössere Feier zur Einweihung abzuhalten, so ist dieses Vorgehen für medizinische Räumlichkeiten nicht anzuraten. Hier sollte eher ein Tag der offenen Tür eingeplant werden – an dem sehr wohl ein kleines Buffet nebst alkoholfreiem Umtrunk angeboten wird. Für beide Seiten – Ärzte und Gäste – ergibt sich somit die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens. Ebenso kann die Praxis vorgestellt und der hauptsächliche Schwerpunkt der eigenen Arbeit erläutert werden. Erfahrungen zeigen, dass derartige Begegnungen bei einem breiten Publikum sehr akzeptiert sind. Auch für den Arzt ergibt sich somit die Aussicht, wichtige Kontakte zu knüpfen. Gerade in den Anfängen seiner Arbeit an diesem Standort wird er vornehmlich auf jene Personen im Wartezimmer treffen, die er bereits durch die Eröffnung des Medizinbetriebes kennengelernt hat. Das erste Eis ist damit im Regelfall gebrochen – die Basis für ein künftig erfolgreiches Schaffen ist gelegt. Im Idealfalle wird darüber hinaus der Reporter eines regionalen Magazins von der Einweihung berichten. Wie sich noch zeigen wird, so erfordern gerade neu eröffnete Praxen ein hohes Mass an öffentlicher Werbung.

Muss für die Eröffnung geworben werden?
Das Ansprechen einer grösstmöglichen Klientel stellt auch für Ärzte heutzutage eine wirtschaftliche Notwendigkeit dar. Doch hier sind nicht alle Formen der Werbung zulässig. Ein marktschreierisches Vorgehen wird sicherlich nicht zu Seriosität und Achtung beitragen. Auch Handzettel und Flyer sollten nicht unbedingt verteilt werden. Wichtiger dagegen ist es, kleine Annoncen in den Zeitungen zu schalten und damit auf die Praxiseröffnung aufmerksam zu machen. Wie bereits angesprochen, so ist es stets gleichermassen empfehlenswert, das Interesse regionaler Zeitungen oder Fernsehanstalten zu gewinnen und in diesen Medien mit einem Bericht präsent zu sein. Hier kann sich der Arzt mitsamt seiner Tätigkeit kurz vorstellen und damit einen grösseren Adressatenkreis ansprechen. Auch in diesem Falle bestätigen die Erfahrungen die Richtigkeit der Massnahme: Viele alteingesessene Mediziner verfügen bereits über volle Terminpläne. Sie werden daher nur selten einmal für sich werben. Der neue Arzt aber, der noch unbekannt ist, kann gerade damit einen Vorteil für sich erlangen. Er muss in den ersten wenigen Wochen seines Wirkens auch die Werbetrommel für sich rühren. Erst, wenn er einen belastbaren Stamm an Patienten für sich gewonnen hat, kann er diese Notwendigkeit reduzieren.

Wie wird die Eröffnung durchgeführt?
Idealerweise sollte eine Einweihung der Räumlichkeiten an einem Tag stattfinden, an dem keine Behandlungen absolviert werden. Der Mediziner und seine Gäste dürfen sich einmal auf Augenhöhe begegnen. Und doch ist es ratsam, gewisse Vorsichtsmassnahmen zu gewährleisten. Je mehr Publikum sich in der Praxis befindet, desto unübersichtlicher kann sich die Lage gestalten. Gerade das ärztliche Besteck sowie die Vielzahl an Medikamenten sollte – bis auf ein umfangreiches Anschauungsmaterial – somit in verschlossenen Schränken aufbewahrt werden. Darüber hinaus präsentieren sich die Räume freundlich und sauber, optimalerweise sogar einladend. Natürlich ist es wichtig, dass der Gastgeber auch selbst galant auftritt, an ihn gerichtete Fragen kompetent beantworten kann und in der Lage ist, den Schwerpunkt seiner Arbeit zu umreissen. Denn mit Letztgenanntem kann er sich von den übrigen Konkurrenten unterscheiden, ein Alleinstellungsmerkmal besitzen und somit bereits eine grössere Zahl an Patienten auf sich aufmerksam machen. Der Praxiseröffnung kommt daher in jedem Falle ein hoher Stellenwert zu: Hier ergibt sich die Chance einer öffentlichkeitswirksamen Werbemassnahme, die nicht ungenutzt bleiben darf. Je besser der Arzt das Interesse auf sich lenkt, desto voller wird in den ersten Tagen seiner Tätigkeit auch das Wartezimmer besetzt sein – und gerade das ist doch der Sinn der Arbeit.

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